Lanzarote – klein aber oho

Eigentlich war auf Lanzarote ein gemütlicher und ruhiger Urlaub ganz im Zeichen von Erholung und Entspannung geplant, doch schon auf der Fahrt vom Flughafen in unser, an der Costa Teguise gelegenes Hotel wurde uns ganz schnell klar, dass Lanzarote für einen reinen Strandurlaub viel zu schade ist! Die maximale Länge und Breite der Insel betragen nur 58km und 20km, was das Erkunden und Kennenlernen in nur wenigen Tagen ermöglicht. Die Mietpreise für Mietautos und Elektroroller sind günstig und die Kanarische Insel erwartet ihr Gäste mit einem Zusammenspiel aus Natur, Kunst, Kultur und Kulinarik:

Lanzarote


Auf der Suche nach einer Unterkunft fiel unsere Wahl auf das 5* Hotel Meliã Salinas, das an der Costa Teguise, nördlich von Lanzarotes Hauptstadt Arrecife, thront. Den Namen verdankt das Bauwerk seiner Lage nahe den bereits stillgelegten Salinen. Wie in einem tropischen Traum fühlen sich die Gäste des Luxushotels, das seine Form und Gestalt niemand geringerem als César Manrique verdankt (auf ihn komme ich später noch zu sprechen). Inmitten des Hotels befindet sich ein runder, dicht bewachsener Innenhof und auch die riesige Pool Landschaft ist von üppiger Vegetation geprägt. Jedes der modern eingerichteten Zimmer besticht mit einer eigenen, vor der Sicht der Nachbarn geschützten, Terrasse mit Meerblick. Auch in kulinarischer Hinsicht kommt jeder im Meliã Salinas voll auf seine Kosten – eine solche Qualität und Auswahl der Speisen am Buffet habe ich noch bei keinem anderen Hotel genossen.

Einst fruchtbares Land und mehr als zehn Ortschaften liegen im Südwesten der Insel unter den rostfarbenen und rotbraunen Lavamassen begraben, für die Lanzarote bekannt ist. Das Gebiet, das im 18. Jahrhundert den Montañas del Fuego, den Feuerbergen, zum Opfer fiel, ist heute als Nationalpark Timanfaya bekannt. Auf einer 14km langen Bustour durch das Kratergebirge lassen sich das Ausmaß der Vulkanausbrüche erahnen sowie 25 Krater und über 100 Vulkankegel bestaunen. Soweit das Auge reicht erstreckt sich eine Kraterlandschaft bis an den Horizont und erweckt bei den Besuchern (es sind im Jahr rund eine Million!) das Gefühl, sich viel eher auf einem fernen Planeten, als auf einer Insel im Atlantischen Ozean zu befinden.

Lanzarote

Wer ist nun eigentlich dieser César Manrique, den ich bereits erwähnt habe? Nun, in scheinbar jedem noch so abgelegenen Dorf der Insel stößt man auf diesen Namen, der auf Lanzarote quasi wie ein Heiliger angesehen wird. Er war es, der die Erscheinung der Insel entscheidend geprägt hat und ihm ist es auch zu verdanken, dass Lanzarote seine landschaftliche Schönheit erhalten blieb. Beim bereits verstorbenen César Manrique handelte es sich um einen spanischen Maler, Bildhauer, Architekten und Umweltschützer, der die Insel seine Heimar nennen durfte.

Noch heute kann man in Taro de Tahiche sein Wohnhaus bewundern, das eingebettet in mehrere Lavablasen Manriques Leben im Einklang mit der Natur widerspiegelt.
Auch die Jameos del Agua, eine Grotte mit einem integrierten unterirdischen Konzertsaal, zählten zu Manriques Projekten.
Den Klängen von klassischer und Gitarrenmusik können Lanzarotes Gäste auch in der Cueva de los Verdes lauschen. Dabei handelt es sich um ein Höhlenlabyrinth, bestehend aus Lavastollen, die sich über eine Strecke von sechs Kilometern erstrecken.

Lanzarote

Doch auch oberhalb der Erdoberfläche hat Lanzarote seinen Besuchern so manches zu bieten.
Von einem der zahlreichen Aussichtspunkte der Insel, der Mirador del Río und der Mirador de Guinate zählen zweifelsohne zu den schönsten, genießt man unvergleichliche Ausblicke auf majestätische Steilküsten, unendliche Weiten, furchterregende Kraterlandschaften sowie benachbarte Inseln und Eilande.

Lanzarote Mirador

Lanzarote

Lanzarote

Die 200 Kilometer Küste Lanzarotes beheimaten unglaubliche 88 Strände, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ob weißer Sand, Stein oder schwarzer Sand – die Strände laden bei einer Wassertemperatur um die 20°C ganzjährig zum Baden ein.
An der Westküste liegt der angeblich schönste Strand Spaniens, Playa de Famara genannt, und was soll ich sagen – man fühlt sich dort wirklich wie auf einer karibischen Insel.
Das krasse Gegenteil erwartet Urlauber in El Golfo, einem beschaulichen kleinen Fischerdörfchen. Dieses beheimatet, eingebettet in pechschwarzen Sand, einen smaragdgrünen Kratersee, der direkt aus Fotoshop entsprungen zu sein scheint.

Lanzarote

El Golfo El Golfo

Auch Lanzarotes Hauptstadt Arrecife mit dem höchsten (und eigentlich auch einzigen ;-)) Hochhaus der Insel, dem Gran Hotel Arrecife, ist definitiv einen Besuch wert, neben unzähligen anderen sehenswerten Attraktionen, über die ich wahrscheinlich ein ganzes Buch schreiben könnte. Wer weiß, vielleicht mache ich das eines Tages sogar, aber im Rahmen dieses Blogposts lässt sich Lanzarotes ganze Vielfalt einfach nicht erfassen. Wen die Bilder und meine Schwärmereien über die Insel neugierig und reiselustig gemacht haben, dem kann ich einen Besuch Lanzarotes nur ans Herz legen und noch ein paar kulinarische Tipps mit auf den Weg geben…

… In der Villa Toledo, einem Terrassenrestaurant an der Costa Teguise mit Blick auf den Ozean, haben wir an unserem ersten Nachmittag, gleich nach der Ankunft auf der Insel, eine unglaublich leckere (utopisch große) Fisch- und Gemüse-Platte mit fangfrischen Köstlichkeiten genossen.

… Mein absolutes Highlight während unseres Aufenthalts auf Lanzarote war das Abendessen in der Märchenburg LagOmar, die einst vom US-amerikanischen Schauspieler Omar Sharif bewohnt wurde. Im Vulkangestein eingebettet befindet sich das Museum und zugleich auch Restaurant auf einer Anhöhe in Teguise. Das von außen so unscheinbar wirkende Gebäude überrascht mit unzähligen Höhlen, Felsspalten, Türmchen, Labyrinthen und einem Pool in Mitten des Anwesens und wieder einmal trägt sein Schöpfer den Namen César Manrique. Es ist wirklich unglaublich schwer, die verblüffende Schönheit, die Magie und das Geheimnisvolle, das dieser Ort ausstrahlt, in Worte zu fassen und mit der Kulinarik verhält es sich ganz ähnlich. Noch heute läuft mir das Wasser im Mund zusammen beim bloßen Gedanken an das Drei-Gänge-Menü dort mit Ausblick auf die Lichter, die aus Felsspalten funkeln und sich im Felsenpool widerspiegeln.

eat / travel / love

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