MOIN MOIN und MAHLZEIT!

Mein kulinarisches Hamburg-Tagebuch

Barceló Hamburg


„Na, wohin soll’s denn gehen?“ – „Neuer Pferdemark 3, bitte.“ – „Oh, ja, woll’ ma mal sehen, ob wir das finden…“
Nö, natürlich nicht. Wie denn auch, bei scheinbar nach Lust und Laune aufeinanderfolgenden Hausnummern.
„Das is’ eben St. Pauli“, klärte und der grinsende Taxifahrer achselzuckend auf.

 


Letztendlich landeten wir aber dann doch noch im gesuchten Café Pauline, das auf seiner Homepage vielversprechend mit „Best Breakfast served here“ und einem Sonntagsbrunch wirbt. Das hatten aber scheinbar außer uns noch ein paar andere Hungrige gelesen – die Pauline war nämlich voll – bis unter’s Dach.

Da ein Brunch aber ganz oben auf der To-Do Liste für unseren Hamburg Trip stand, machten wir uns mit knurrenden Mägen auf den Weg in das Lokal Schönes Leben, das seine Gäste an drei Standorten in Hamburg willkommen heißt. Doch auch in der Filiale im Alt-Hamburger Bürgerhaus wurden wir – zumindest brunchtechnisch – wieder enttäuscht.
„Der findet heute nicht statt – zu wenige Reservierungen…“
Aber auch der „Bürgerhaus Burger“ und der vegane Orientalische Couscous-Salat auf gebratenen Auberginen erfüllten ihren Zweck und schmeckten obendrein noch wirklich lecker. Die Wahl fiel uns richtig schwer, bietet die Speisekarte doch Köstlichkeiten wie Riesen-Currywurst mit hausgemachter Sauce und Pommes Frites, Wiener Schnitzel sowie zahlreiche Leckereien aus Fluss und Meer. Besonders imponiert hat mir die ausgefallene vegetarische und zum Teil sogar vegane Speisekarte, die keineswegs nur aus „Grünzeug und Körnern“ besteht. In schicker Atmosphäre, umgeben von historischen Stilelementen und liebevollen Details, wird hier mit Sicherheit jeder fündig, satt und glücklich.

Unsere Buchung im zentral gelegenen Barceló Hamburg beinhaltete nur ein Doppelzimmer ohne Frühstück weil man, wie ich finde, eine Stadt am besten kennenlernt, wenn man neben ihren kulturellen Seiten auch die kulinarischen kennenlernt. Zum Frühstücken ging’s am nächsten Morgen ins Alex im Alsterpavillon, direkt am Jungfernstieg, wo wir einen der begehrten Fensterplätze mit Ausblick auf die Binnenalster ergatterten. Für € 9,40 (exklusive Getränke) kann man hier das Buffet stürmen und sich nach Herzenslust den Bauch vollschlagen. Frisches Brot und Brötchen, Aufstriche und Marmeladen, Wurst und Käse, Obst und Gemüse, Joghurt, Müsli, Würstchen, Eier,… – auch hier bleibt kein Wunsch offen und garantiert niemand verlässt das Lokal hungrig. Aufgrund des Schnäppchen-Preises stellten wir von vornherein keine allzu hohen Erwartungen an das Frühstücksbuffet und wurden überrascht – qualitativ und geschmacklich waren die angebotenen Speisen wirklich in Ordnung. Mit einem à la carte Frühstück in exklusiverer Atmosphäre kann so ein all-you-can-eat Buffet natürlich nicht mithalten aber wer gerne gut und ausgiebig frühstückt, der ist hier genau richtig.

Alex
In einer Location geprägt durch Industriecharme und moderner Architektur im Schanzenviertel empfängt der Fernsehkoch Tim Mälzer seine Gäste. Bekannt geworden ist Mälzer durch Koch-Unterhaltungsshows im deutschen Fernsehen. „Schmeckt nicht – gibt’s nicht!“ ist der Titel seiner wohl bekanntesten Fernsehsendung und scheinbar auch das Motto für seine Bullerei. Die klassisch-kreative, mediterran angehauchte Speisekarte hat für jeden – egal ob Vegetarier oder Alles-Esser – eine ganze Menge zu bieten. Der Bullerei-Slogan „Für jede Tageszeit, jeden Geschmack und jede Lebenslage“ trifft den Nagel auf den Kopf und verspricht keineswegs zu viel. Vom knusprigen hausgemachten Nussbrot, das als Gedeck serviert wurde, über unsere Vorspeisen, Beef Tatar und ein Grill-Avocado-Couscous-Salat, bis hin zur Hauptspeise, einem ganzen Fisch in der Nusskruste, war bei unserem Besuch alles schlichtweg perfekt und eine wahre Gaumenfreude. Und wenn ich nichts auszusetzen habe, heißt das schon was, bin ich doch der heikelste Mensch „von hier bis Texas“, wie mein Freund zu sagen pflegt. Mehr will ich auch gar nicht verraten; den unverwechselbaren Charme der aufgepimpten Lagerhalle und die Hommage an die Geschmacksknospen sollte man sich während einem Hamburg Besuch keinesfalls entgehen lassen.

Bei der Suche nach der perfekten Frühstücks-Location für den nächsten Morgen fiel unsere – oder vielmehr meine – Wahl auf das direkt in der Altstadt gelegene Café Paris. Noch vor 09:00 machten wir uns auf den Weg in das besagte Café, nur wenige Gehminuten von unserem Hotel entfernt. Unsere Sorge, wir würden um diese Uhrzeit noch vor geschlossenen Türen stehen oder ewig auf unser Frühstück warten müssen, erwies sich bald als völlig unbegründet. Bereits wenige Minuten nach Ladenöffnung herrschte in den Räumlichkeiten des Restaurants ein reges Treiben, vergleichbar mit einer Bahnhofshalle. Sobald unser Frühstück serviert war, wussten wir auch wieso: Im Café Paris frühstückt man buchstäblich wie Gott in Frankreich. Sowohl die Qualität der liebevoll angerichteten Speisen als auch das zuvorkommende und aufmerksame Personal garantieren einen perfekten Start in den Tag. Das gekachelte Deckengewölbe, mit Ornamenten im Jugendstil verziert, die winzigen Tischchen, die in die Jahre gekommene Bar,… – wahrlich ein kleines Fleckchen Frankreich mitten im Herzen Hamburgs. Die umfangreiche Karte lockt neben typisch französischen Speisen wie Croque Monsieur, Baguettes, Croissants und Macarons auch mit Köstlichkeiten wie Armen Rittern, Austern und sämtlichen denkbaren Frühstücksvariationen. Wochentags kann bis 12:00 Uhr und an Wochenenden sogar bis 16:00 Uhr gefrühstückt werden, außerhalb dieser Zeiten sind kleine französisch angehauchte Speisen und Desserts erhältlich. Wer sich ein Frühstück in diesem französischen Ambiente nicht entgehen lassen möchte und nicht wie wir zu den Frühaufstehern zählt, dem rate ich unbedingt zu einer Reservierung.

Cafe Paris

Fernsehköche scheinen sich in Hamburg pudelwohl zu fühlen, denn neben Tim Mälzer verwöhnt auch Steffen Henssler in der Hansestadt seine Gäste. In seinen beiden Restaurants Ono by Steffen Henssler und Henssler Henssler tischt er fangfrische Köstlichkeiten aus dem Wasser auf. Der hawaiianische Begriff ONO bedeutet „frischer Fisch auf den Tisch“ und ist sozusagen der Slogan für Hensslers Locations in Hamburg. Wir hatten riesiges Glück und ergatterten bei unserer Reservierung im Henssler Henssler die letzten beiden freien Plätze, direkt an der 14 Meter langen Sushi-Bar, dem Herzstück des Restaurants. Wer hier sitzt hat die Möglichkeit, den Sushi-Köchen auf die Finger zu schauen und einen Blick in die offene Küche zu werfen. Die Lagerhallen, in der Nähe des berühmten Fischmarkts direkt an der Elbe gelegen, die das Restaurant beheimaten, versprühen einen modernen urbanen Charakter. Modern und kreativ geht es auch auf der Sushi-Speisekarte zu: Bei Variationen wie Spicy Duck Roll, Sweet Candy Roll, Grilled Beef Roll und White Dream Roll fällt die Wahl schwer. Ich entschied mich für die ausgefallensten Kreationen die die Karte zu bieten hat und schwebte sozusagen im siebten Sushi-Himmel. Wer eine Schwäche für Fisch, Meeresfrüchte und Sushi hat, darf sich einen Besuch in Hensslers Sea-Food Küche, inspiriert durch kalifornische und japanische Einflüsse, nicht entgehen lassen. Für uns zählte das Abendessen im – von mir ernannten – Sushi-Paradies zu den absoluten kulinarischen Highlights überhaupt und noch heute träume ich von Chicken Teriyaki Rolls und Chixx Rolls à la Henssler.

Da unser Flieger Richtung Heimat am Tag darauf bereits gegen Mittag abhob, genossen wir statt dem letzten Abendmahl ein letztes Frühstück in der Hansestadt im Literaturhaus Café. Eigentlich wählten wir diese Location hauptsächlich wegen der günstigen Lage, nur einen Katzensprung von unserem Hotel entfernt, und ohne große Erwartungen. Umso positiver überrascht waren wir von dem gemütlichen und heimeligen Café, in dem fast schon eine Wiener Kaffeehaus-Atmosphäre herrscht. Die Speisekarte bietet ein breit gefächertes Angebot an allem, was das Frühstücker-Herz begehrt mit Highlights wie Pfannkuchen, Strammem Max, Avocado mit Frischkäse und Kichererbsen sowie frisch gebackenen Butterhörnchen. Besonders punkten konnte das Literaturhaus Café mit dem hausgemachten Brot und der Marmelade aus eigener Produktion, die serviert werden.

Literaturhaus Cafe


Unser 4-tägiger Kurztrip erwies sich regelrecht als Gourmet-Reise. In jedem der von uns besuchten Cafés und Restaurants wäre „Das schmeckt mir nicht!“ eine dreiste Lüge gewesen, denn Hamburg hat in kulinarischer Hinsicht die Nase weit vor sämtlichen anderen Städten, die ich je besucht habe. Da Liebe ja bekanntlich durch den Magen geht, hat die Hansestadt neben meinem Herzen auch dort einen Platz verdient und wird mich hoffentlich schon sehr sehr bald wiedersehen.

HH

eat / travel / love

8 Gedanken zu “MOIN MOIN und MAHLZEIT!

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